Ab und an kann man beim Metzger Hülf in der Nürnberger Innenstadt einen halben Schweinskopf für schlappe € 2,50 erwerben. Würde ich ja gerne ganz oft machen *hüstel*, aber irgendwie habe ich keine Lust darauf, das Ding dann im Zug ins 65 Kilometer entfernte Bamberg zu transportieren.

Gerne esse ich aber die Leberkäs-Semmeln vom Hülf. Die sind gut, SEHR GROSS (Wo ist nur das große “ß” wenn man es mal braucht?) und günstig.

Schuld an der ganzen Misere sind - wie so oft - die Wirte, die sich seit Jahren “lustige” Namen für ihre Etablissements einfallen lassen. “Bar Fuß”, “Bar Celona” und “Bar jeder Vernunft” sind dabei noch harmlosere Beispiele. Viel mehr als für diese Verfehlungen muss man die Wirte allerdings dafür geißeln, dass sie mit ihrer Kreativität Vertreter anderer Branchen dazu inspiriert haben, ebenfalls lasche Wortspiele zu benutzen. Wer sich jetzt fragt, wer denn mit “Vertreter anderer Branchen” gemeint sein soll, lebt wahrscheinlich in einem Dorf ohne Friseure. Überall sonst eröffnet schließlich in jedem leerstehenden Laden ein “Trendfriseur” namens “Hair Killer”, “Cut´n´Go” oder “Sonny & Scher´” (na gut, das letzte habe ich mir jetzt selbst ausgedacht - aber die anderen beiden gibt es wirklich).

Neuerdings greifen sogar Sushi-Restaurants zu ausgefallenen Namen, wie dieses hübsche Beispiel aus Nürnberg beweist:

Dabei stellt sich allerdings die Frage, ob einem der Gedanke an Uschi Glas nicht den Appetit verdirbt…

Sushi Glas
Kornmarkt 5-7
90402 Nürnberg

So sieht gelungene Integration aus: Für den Schriftzug eines Hotels wurde - wie Claud, die inoffizielle München-Korrespondentin dieses Blogs, herausgefunden hat - kurzerhand sogar die Nationalflagge der Türkei mitten in den deutschen Nationaldichter hineinintegriert. Respekt!

Darf man The Audience (übrigens unten auf dem Bild in sagenhaft schlechter Qualität bei ihrem gestrigen Konzert im E-Werk zu sehen) guten Gewissens als Mittelfrankens Antwort auf Maximo Park bezeichnen? Ich finde, man darf. Von allen Bands aus Hersbruck - und das sind ja bekanntlich nicht wenige - sind die Herren um Frontmann Bernd Pflaum meine Favoriten. Das liegt zum einen an den unheimlich mitreißenden Live-Shows der Band und zum anderen am fabelhaften Tanzsstil von Bernd Pflaum, der etwa einer Mischung aus Bernd Begemann (immer diese Bernds - allesamt crazy), Joe Cocker und Pale-Sänger Holger Kochs ähnelt. Mit einem Wort also: Famos!

Vor dem Konzert gabs allerdings für mich in der Erlanger “Fuzo” (geil eklige Abkürzung für Fußgängerzone) erst mal ein Eis (Eis Café Toscani, Nürnberger Str. 28). Hat lecker geschmeckt, war aber keine Offenbarung. Dafür im Vergleich zu Bamberg um 5 Cent pro Kugel teurer. Die Menschen in der Siemens- und Medizinerstadt scheinen sich das leisten zu können…

Es ist zu heiß zum Bloggen! Ich suche mir jetzt erst einmal ein schattiges Plätzchen zum Zeitunglesen - immerhin muss ich all das nachholen, was mir während drei Wochen EM entgangen ist. Eine ganze Menge war das!

Update: Kaum war das schattige Plätzchen gefunden, wurde ich schon wieder von einem aufziehenden Gewitter vertrieben. Sauerei - gibt es denn keine heißen Tage ohne Gewitter mehr?
Trotzdem gibt es auch Erfreuliches zu berichten: Nach sehr toller Post aus Tübingen, Coburg und München in den letzten Tagen wurde es heute etwas exotischer im Briefkasten - eine Karte aus der Schweiz und ein mit Zollaufklebern vollgepapptes Päckchen aus den USA mit einem Rezensionsexemplar des neuen Albums von The Great Northwest drin. Ist übrigens sehr toll, die Platte…gibts ab 29. Juli überall zu kaufen.

Dank Jürgen Klinsmann weiß ich seit längerer Zeit, dass ein “Projekt” nicht erst mit dem ersten Pflichtspiel beginnt, sondern bereits in der Vorbereitung. Deswegen darf man den Auftritt des FCN heute beim TSV Mindelheim getrost als den ersten Schritt des Projekts “direkter Wiederaufstieg” sehen. Die Chancen, dass der Club den ersten Test erfolgreich übersteht, sind angesichts des Gegners (Bezirksoberliga) und eines 13:1-Sieges aus dem Vorjahr, durchaus gut.

Richtig geht die Saison am Wochenende vom 15. bis 18.8. mit einem Heimspiel gegen den FC Augsburg los - da ist ein Sieg drin! Den gesamten Spielplan gibt es übrigens hier zum Download.

Update: Wenig überraschend setzte sich der Club dann am Ende verdient mit 12:0 durch. Weiter geht die Vorbereitung am Freitag beim 1.FC Sonthofen.

So spielte der FCN: Stephan - Kammermeyer, Wolf, Abardonado (46. Reinhardt), Pinola, Judt (46. Perchtold), Engelhardt (46. Bieler), Mintal, Vittek, Breska (70. Kluge), Pagenburg (46. Masmanidis).- Tore: 1:0 Breska (2.), 2:0 Vittek (9.), 3:0 Breska (28.), 4:0 Vittek (31.), 5:0 Breska (33.), 6:0 Vittek (43.), 7:0 Wolf (47.), 8:0 Reinhardt (48.), 9:0 Mintal (64.), 10:0 Vittek (68.), 11:0 Masmanidis (79.), 12:0 Pinola (88., Foulelfmeter).- Zuschauer: 400.

Die EM ist nun vorbei, Spanien ein würdiger Sieger und ab sofort muss ich mir wieder überlegen, was ich abends mache, nachdem mir die Entscheidung nicht mehr abgenommen wird.

Nun ist es übrigens auch an der Zeit, die Deutschlandfähnchen am Auto wieder abzunehmen. An einem sicheren Ort aufbewahrt, halten sie sicher bis zur nächsten WM, die 2010 in Südafrika irgendwo stattfindet.

Das Ende der EM hat aber durchaus auch seine guten Seiten. Zum Beispiel sind die Chancen, dass man Katrin Müller-Hohenstein in nächster Zeit wieder mal in diesem scheußlichen Dirndl sehen wird, relativ gering. Außerdem verschwinden folgende grauenvollen Wörter für längere Zeit (vielleicht ja auch sogar für immer) in der Versenkung: Fanmeile, Public Viewing, Poldiundschweini, Dischziplin, Sommermärchen, schwarzrotgeil, Bergtour.

Vor zwei Wochen wurde hier berichtet, dass man von Eis, das aus einer Art Granulat besteht, die Finger lassen sollte. Zum Glück ist Plastik-Eis (noch?) eher eine Seltenheit und die meisten Eisdielen bieten mindestens genießbares Gefrorenes an. Weit überdurchschnittlich ist allerdings das, was im Eis Caffé Bassano (Obere Königsstr. 2, Bamberg) auf die Waffel bzw. in den Becher kommt. “Göttlich” trifft es ganz gut - Johannes B. Kerner auf der Bregenzer Seebühne würde wahrscheinlich von “großem Sport” oder gar “großer Oper” sprechen. Das Einzige, was mich immer ein wenig zermürbt, ist die Qual der Wahl. Aber zum Glück sind wirklich alle Sorten großartig (unbedingt probieren: Weißer Nougat). Dass die Eisdiele außerdem fußläufig nur knapp zehn Minuten - am Wasser entlang - von meiner Wohnung entfernt ist, ist ein weiteres Plus.

Obwohl noch allerorten das EM-Fieber um sich greift, tut sich auch im richtigen Fußball (will heißen: im Ligafußball) so einiges. Beim Club rotiert das Personalkarussell heftigst und die Planungen für die kommende Saison laufen auf Hochtouren. So langsam nimmt auch der neue Kader Formen an. Jüngst wurde der slowakische Mittelfeldmann Mario Breska vom MSK Zilnia verpflichtet. Aus Zilnia kam vor ein paar Jahren übrigens auch Marek Mintal, der nach dem aktuellen Stand der Dinge wohl bleiben wird, nach Nürnberg.
In trockenen Tüchern scheint nun wohl auch die Rückkehr des vergangene Saison zum VfB Stuttgart gewechselten Raphael Schäfer zu sein. Zumindest heißt es aus Stuttgart, der Vertrag mit Schäfer, der in Schwaben nie glücklich wurde (wen wunderts?!), sei bereits aufgelöst.
Am wichtigsten ist aber die Nachricht, dass Javier Pinola, dem Angebote vom FC Porto, Benfica Lissabon und - ähem - Bayer Leverkusen vorlagen, Clubberer bleibt. Sollte in der kommenden Saison der Aufstieg allerdings nicht gelingen, wird Pino, der einen Zweijahresvertrag mit Ausstiegsklausel hat, nicht mehr zu halten sein.
Bei den Zugängen ist der FCN also gut dabei - nur einige Spieler müssen jetzt noch gewinnbringend losgeschlagen werden. An Robert Vittek ist offenbar der VfB Stuttgart interessiert und für Ivan Saenko dürfte sich nach der erfolgreichen EM sicher irgendein finanzstarker Abnehmer finden lassen. Schwieriger wird es da schon werden, Angelos Charisteas an den Mann zu bringen. Wobei - selbst den hölzernen Jan Koller wollte ja jemand haben, nämlich der russische Erstligist Krylija Samara.

Zugänge:
Juri Judt (SpVgg Greuther Fürth), Raphael Schäfer (VfB Stuttgart), Ioannis Masmanidis (Arminia Bielefeld), Mario Breska (MSK Zilnia), Michael Kammermeyer (FCN II), Patrick Wolf* (1.FC Kaiserslautern Jgd.), Chhunly Pagenburg (1860, war ausgeliehen), Pascal Bieler (Hertha BSC), Peter Perchtold (VfB Stuttgart).

Abgänge:
Jaromir Blazek (Sparta Prag, 150.000 €), Michael Beauchamp (Aalborg BK, 150.000 €), Zvjezdan Misimovic (VfL Wolfsburg, 4.000.000 €), Jan Koller (Krylija Samara, 1.200.000 €), Ralf Schmidt (CZ Jena), Jan Kristiansen (unbekannt), Christoph Weber, Sebastian Szikal (beide Darmstadt 98).

* ist übrigens nicht dieser Patrick Wolf - von dem erscheint demnächst ein neues Album…”The Edge of Love” wird es heißen.

“Ga Ga Ga Ga Ga” - das ist nicht etwa mein Gemütszustand, sondern der Titel des großartigsten Albums, das vergangenen Sommer kaum jemand gehört hat. Spoon heißt die zur Platte gehörige Band, deren Stampfer “The Underdog” seit längerer Zeit einen Stammplatz auf meinem Mp3-Player (ist übrigens kein iPod, weil ich die Firma Apple doof finde) hat. Zu Recht, denn Spoon zeichnen sich durch ihre Vielseitigkeit aus. In den Songs der Band um den charismatischen Sänger Britt Daniel fügen sich klassischer Rock, hübsche Bläsersätze, großes Songwriting (da merkt man der Band ihre Heimat Austin an) und Punk-Attitude zu einem feinen Gemisch zusammen.

Vor kurzem spielten Spoon eine hervorragende Daytrotter-Session, die hier kostenlos heruntergeladen werden kann.

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