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Als Club-Fan bleibt einem scheinbar nichts erspart. Ausnahmsweise spreche ich jetzt nicht von grausamen Spielen, bitteren Abstiegen, abstruser Personalpolitik oder seltsamen Ideen wie der Umbenennung des geliebten Frankenstadions in “Easy-Credit-Stadion”. Nein, heute geht es um den neuen Trikosponsor, den der Club dank seines Vermarkters SPORTFIVE an Land gezogen hat. Es handelt sich dabei um das Energieunternehmen AREVA, dessen größtes deutsches Werk in Erlangen rund 2.700 Beschäftigte hat. Schön, möchte man meinen - gegen ein regionales Unternehmen als Hauptsponsor ist doch nichts einzuwenden.

Aber halt:

Mit ihrem Engagement für den 1. FC Nürnberg will AREVA die Bekanntheit des Unternehmens in Deutschland steigern. AREVA ist weltweit führend im Bereich der Kerntechnik und liefert auch Anlagen zur Stromerzeugung durch erneuerbare Energien sowie zur Stromübertragung und Verteilung.

(Quelle: fcn.de)

Führend im Bereich der Kerntechnik? Ja, Maria hilf! Warum denn ausgerechnet ein Kerntechnik-Unternehmen als Hauptsponsor?! Unpopulärer wäre wohl nur noch ein Rüstungsunternehmen, das Waffen nach Afrika liefert und dafür Mittel aus der Entwicklungshilfe bezieht. Der kleine Hinweis darauf, dass AREVA “auch Anlagen zur Stromerzeugung durch erneuerbare Energien” liefert, reißt es auch nicht wieder raus. Muss denn der Club in jedes Fettnäpfchen tappen?

Dank Jürgen Klinsmann weiß ich seit längerer Zeit, dass ein “Projekt” nicht erst mit dem ersten Pflichtspiel beginnt, sondern bereits in der Vorbereitung. Deswegen darf man den Auftritt des FCN heute beim TSV Mindelheim getrost als den ersten Schritt des Projekts “direkter Wiederaufstieg” sehen. Die Chancen, dass der Club den ersten Test erfolgreich übersteht, sind angesichts des Gegners (Bezirksoberliga) und eines 13:1-Sieges aus dem Vorjahr, durchaus gut.

Richtig geht die Saison am Wochenende vom 15. bis 18.8. mit einem Heimspiel gegen den FC Augsburg los - da ist ein Sieg drin! Den gesamten Spielplan gibt es übrigens hier zum Download.

Update: Wenig überraschend setzte sich der Club dann am Ende verdient mit 12:0 durch. Weiter geht die Vorbereitung am Freitag beim 1.FC Sonthofen.

So spielte der FCN: Stephan - Kammermeyer, Wolf, Abardonado (46. Reinhardt), Pinola, Judt (46. Perchtold), Engelhardt (46. Bieler), Mintal, Vittek, Breska (70. Kluge), Pagenburg (46. Masmanidis).- Tore: 1:0 Breska (2.), 2:0 Vittek (9.), 3:0 Breska (28.), 4:0 Vittek (31.), 5:0 Breska (33.), 6:0 Vittek (43.), 7:0 Wolf (47.), 8:0 Reinhardt (48.), 9:0 Mintal (64.), 10:0 Vittek (68.), 11:0 Masmanidis (79.), 12:0 Pinola (88., Foulelfmeter).- Zuschauer: 400.

Die EM ist nun vorbei, Spanien ein würdiger Sieger und ab sofort muss ich mir wieder überlegen, was ich abends mache, nachdem mir die Entscheidung nicht mehr abgenommen wird.

Nun ist es übrigens auch an der Zeit, die Deutschlandfähnchen am Auto wieder abzunehmen. An einem sicheren Ort aufbewahrt, halten sie sicher bis zur nächsten WM, die 2010 in Südafrika irgendwo stattfindet.

Das Ende der EM hat aber durchaus auch seine guten Seiten. Zum Beispiel sind die Chancen, dass man Katrin Müller-Hohenstein in nächster Zeit wieder mal in diesem scheußlichen Dirndl sehen wird, relativ gering. Außerdem verschwinden folgende grauenvollen Wörter für längere Zeit (vielleicht ja auch sogar für immer) in der Versenkung: Fanmeile, Public Viewing, Poldiundschweini, Dischziplin, Sommermärchen, schwarzrotgeil, Bergtour.

Obwohl noch allerorten das EM-Fieber um sich greift, tut sich auch im richtigen Fußball (will heißen: im Ligafußball) so einiges. Beim Club rotiert das Personalkarussell heftigst und die Planungen für die kommende Saison laufen auf Hochtouren. So langsam nimmt auch der neue Kader Formen an. Jüngst wurde der slowakische Mittelfeldmann Mario Breska vom MSK Zilnia verpflichtet. Aus Zilnia kam vor ein paar Jahren übrigens auch Marek Mintal, der nach dem aktuellen Stand der Dinge wohl bleiben wird, nach Nürnberg.
In trockenen Tüchern scheint nun wohl auch die Rückkehr des vergangene Saison zum VfB Stuttgart gewechselten Raphael Schäfer zu sein. Zumindest heißt es aus Stuttgart, der Vertrag mit Schäfer, der in Schwaben nie glücklich wurde (wen wunderts?!), sei bereits aufgelöst.
Am wichtigsten ist aber die Nachricht, dass Javier Pinola, dem Angebote vom FC Porto, Benfica Lissabon und - ähem - Bayer Leverkusen vorlagen, Clubberer bleibt. Sollte in der kommenden Saison der Aufstieg allerdings nicht gelingen, wird Pino, der einen Zweijahresvertrag mit Ausstiegsklausel hat, nicht mehr zu halten sein.
Bei den Zugängen ist der FCN also gut dabei - nur einige Spieler müssen jetzt noch gewinnbringend losgeschlagen werden. An Robert Vittek ist offenbar der VfB Stuttgart interessiert und für Ivan Saenko dürfte sich nach der erfolgreichen EM sicher irgendein finanzstarker Abnehmer finden lassen. Schwieriger wird es da schon werden, Angelos Charisteas an den Mann zu bringen. Wobei - selbst den hölzernen Jan Koller wollte ja jemand haben, nämlich der russische Erstligist Krylija Samara.

Zugänge:
Juri Judt (SpVgg Greuther Fürth), Raphael Schäfer (VfB Stuttgart), Ioannis Masmanidis (Arminia Bielefeld), Mario Breska (MSK Zilnia), Michael Kammermeyer (FCN II), Patrick Wolf* (1.FC Kaiserslautern Jgd.), Chhunly Pagenburg (1860, war ausgeliehen), Pascal Bieler (Hertha BSC), Peter Perchtold (VfB Stuttgart).

Abgänge:
Jaromir Blazek (Sparta Prag, 150.000 €), Michael Beauchamp (Aalborg BK, 150.000 €), Zvjezdan Misimovic (VfL Wolfsburg, 4.000.000 €), Jan Koller (Krylija Samara, 1.200.000 €), Ralf Schmidt (CZ Jena), Jan Kristiansen (unbekannt), Christoph Weber, Sebastian Szikal (beide Darmstadt 98).

* ist übrigens nicht dieser Patrick Wolf - von dem erscheint demnächst ein neues Album…”The Edge of Love” wird es heißen.

Die Holländer haben sich ja bekanntlich mit einem wenig rühmlichen 1:3 gegen Russland aus der EM verabschiedet. Als Fan der Oranjes braucht man dennoch nicht traurig zu sein, denn immerhin gibt es ja die Jungs von Anajo. Die waren Ende Mai im Paradiso in Amsterdam zum Musik machen - eigentlich viel schöner als lahmes Rumgekicke.

Ausschnitte aus dem Konzert können hier angesehen werden.

Download: Anajo - “Amsterdam Man” (Nederlandse Versie)

Während für die deutsche Mannschaft aus dem erhofften Sommermärchen ein Sommerdrama (Nürnberger Nachrichten) zu werden droht und für die Schweiz das Sommermärli bereits vorbei ist, haben die gruseligen Wetterbedingungen der EM-Gastgeberländer nun auch hiesige Breiten erreicht. Mit Fußballgucken im Biergarten ist es offenbar vorerst vorbei, aber zum Glück kann man sich die Spiele in der kurzerhand in Nordkurve umbenannten Erlanger E-Werk auch drinnen im Trockenen ansehen.
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In Zeiten von schwarz-rot-geilen Fanmeilen und Public-Viewing-Areas mit Ballermann-Ambiente ist die Nordkurve ein Hort des guten Fußballgeschmacks. Angenehmes Publikum, moderate Getränkepreise (die Halbe kostet 2,80 €) und täglich wechselnde Gerichte aus einem Teilnehmerland der EM. Als ich am Mittwoch dort war, gab es zum Beispiel ein sehr lecker aussehendes (tschechisches) Gulasch mit Knödeln. Feine Sache, das!
Weniger fein finde ich dagegen Ice´n´Go!, den neuen Eisstand im Nürnberger Hauptbahnhof.

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Dort wird das Eis nicht in der traditionellen Kugelform serviert, sondern in Bechern, die mit einer Art Granulat befüllt sind, das optisch und leider auch geschmacklich an die kleinen Plastikkügelchen erinnert, die man zum Beispiel auch in Hacky-Sack-Bällen findet. Ich nehme an, das ich mit meiner Portion Vanille für 1,90 € (dafür hätte ich beim Italiener 2 ½ Kugeln echtes Eis bekommen) trotzdem noch recht gut beraten war - wenigstens war es nicht so künstlich bunt wie die anderen Sorten. Diesen Eisstand werde ich in Zukunft jedenfalls weiträumig umgehen.

Lieber als in schlechtes Eis investiere ich mein Geld in gute Musik. Dem Vernehmen nach soll “Viva La Vida” (nicht: “Livin´ La Vida Loca”), das neue Album von Coldplay, gar nicht schlecht sein. Demnächst mehr dazu…

 

Nach dem – zugegebenermaßen sehr überzeugenden – 2:0-Sieg im Auftaktspiel gegen Polen wurde die deutsche Nationalmannschaft bereits zum Topfavoriten auf den EM-Sieg hochstilisiert und jetzt das!

Eine kaum wieder zu erkennende, völlig verunsicherte deutsche Elf verliert gegen gute, aber keineswegs überragende Kroaten mit 1:2. Letzten Endes gab dabei vor allem die mangelnde individuelle Klasse der Deutschen – ein David Odonkor ist nun mal kein Luca Modric und ein Miroslav Klose kein Ivica Olic - den Ausschlag. Kommen dann auch noch haarsträubende Fehler wie der von Jens Lehmann beim 0:2 und Dummheiten wie die Rote Karte gegen Bastian Schweinsteiger (warum der Typ überhaupt noch spielen darf, ist mir schon seit Monaten ein Rätsel) hinzu, wird es eben ganz schwer gegen solche Teams. So einfach ist das manchmal. Vor meinem Fenster feiern nun die kroatischen Fans den Sieg ihres Teams. Die kroatischen Fans in Bamberg - das sind zwei junge Männer, die in ihrem alten Golf hupend im Kreis herumfahren. Eine wahrlich beeindruckende Kulisse…

Am Montag gibt es nun also ein „Endspiel“ gegen den Gastgeber Österreich. I wer´ narrisch °_O!

Hier eine fachkundige Experten-Analyse zum gestrigen 0:2 der lahmen Griechen gegen etwas weniger lahme Schweden:

“Spanien und Schweden kommen weiter. Otto Rehagel geht nach dem Ausscheiden der Griechen in der Vorrunde in den verdienten Fußball-Ruhestand und eröffnet in Essen eine Gyros-Bude…”

So wirds kommen…

Was war denn da gestern los? Seit wann spielen denn die Holländer (die in Bern mit drolligen, deutschlandfeindlichen Bemerkungen wie “Alle Deutschen ist ein Homo!” auffielen) so guten Fußball…das gabs doch seit 1974 nicht mehr! Aber so ist es nun mal - stark aufspielende Oranjes + enttäuschende Azzuri = 3:0.

Viel mehr als die traurige Niederlage der seconda patria nel cuore wiegt für mich aber die Tatsache, dass ich gestern beim EM-Tippspiel komplett leer ausgegangen bin und mir nun ein längeres Dasein im Niemandsland der Tabelle droht.

Wenn “Todesgruppe” bedeutet, dass die Spiele für die Zuschauer tödlich langweilig verlaufen, machen die Teams von Frankreich und Rumänien diesem Namen alle Ehre. Das einzige Highlight der bisher sehr mauen Partie war der Auftritt von Mehmet Scholl (”Zäh is´ scho´, des Spiel.”) als ARD-Experte in der Halbzeit.

A propos Mehmet Scholl…da fallen mir doch gleich die famosen Hidden Cameras ein!

LISTEN:The Hidden Cameras: “Awoo”

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