Sommerdramen und Plastik-Eis
2008 Juni 13
Während für die deutsche Mannschaft aus dem erhofften Sommermärchen ein Sommerdrama (Nürnberger Nachrichten) zu werden droht und für die Schweiz das Sommermärli bereits vorbei ist, haben die gruseligen Wetterbedingungen der EM-Gastgeberländer nun auch hiesige Breiten erreicht. Mit Fußballgucken im Biergarten ist es offenbar vorerst vorbei, aber zum Glück kann man sich die Spiele in der kurzerhand in Nordkurve umbenannten Erlanger E-Werk auch drinnen im Trockenen ansehen.

In Zeiten von schwarz-rot-geilen Fanmeilen und Public-Viewing-Areas mit Ballermann-Ambiente ist die Nordkurve ein Hort des guten Fußballgeschmacks. Angenehmes Publikum, moderate Getränkepreise (die Halbe kostet 2,80 €) und täglich wechselnde Gerichte aus einem Teilnehmerland der EM. Als ich am Mittwoch dort war, gab es zum Beispiel ein sehr lecker aussehendes (tschechisches) Gulasch mit Knödeln. Feine Sache, das!
Weniger fein finde ich dagegen Ice´n´Go!, den neuen Eisstand im Nürnberger Hauptbahnhof.

Dort wird das Eis nicht in der traditionellen Kugelform serviert, sondern in Bechern, die mit einer Art Granulat befüllt sind, das optisch und leider auch geschmacklich an die kleinen Plastikkügelchen erinnert, die man zum Beispiel auch in Hacky-Sack-Bällen findet. Ich nehme an, das ich mit meiner Portion Vanille für 1,90 € (dafür hätte ich beim Italiener 2 ½ Kugeln echtes Eis bekommen) trotzdem noch recht gut beraten war – wenigstens war es nicht so künstlich bunt wie die anderen Sorten. Diesen Eisstand werde ich in Zukunft jedenfalls weiträumig umgehen.
Lieber als in schlechtes Eis investiere ich mein Geld in gute Musik. Dem Vernehmen nach soll “Viva La Vida” (nicht: “Livin´ La Vida Loca”), das neue Album von Coldplay, gar nicht schlecht sein. Demnächst mehr dazu…